Kulturagentinnen und Kulturagenten Schweiz

Als neue Kulturagentin denke ich darüber nach wie ich in meine neue Rolle hineinkomme.

DAVOR

Zuerst ist eine Hülle, eine Oberfläche, ein Material, ein Gerüst, eine Grenze, eine Wand. Das Innere, das Dahinter uns noch verborgen. Wir stehen IN dem Davor oder dem Daneben.

Aufschliessen
Aufreissen
Eintreten
Aufbrechen
Öffnen
Aufschneiden

Graben
Klettern
Buddeln
Springen

Hereinkommen

Ein Inneres hat ein Äusseres und ein Äusseres hat ein Inneres.

DRAUSSEN VOR DER TÜR

Verbindungsstücke wie zum Beispiel Türen, ermöglichen uns den Wechsel vom einen zum anderen. Wir sind nicht mehr davor oder daneben, sondern mittendrin.

Mittendrin in der Umgebung des Anderen.

Die Sommerferien sind vorbei und meine ersten Besuche in Bazenhaid und Gais stehen an. Seit Juli bin ich Kulturagentin im Kanton Sankt Gallen und Appenzell Ausserrhoden. Meine Vorgängerin Sylvie Vieli hat schon viel aufgebaut, durchgeführt, organisiert, geschrieben und einen Kulturfahrplan erstellt. Vor all dem stehe ich jetzt.

Wie komme ich da hinein?

EINGÄNGE

Neben den offensichtlichen Eingängen, wie Türen und Tore gibt es die verborgenen, nicht gleich sichtbaren. Ab wann ist ein Eingang ein Eingang? Der Eingang ist die Schwelle vom einen zum anderen.

Eingänge sind Verheissungen eines Wechsels.

DRINNEN

Betreten wir das Innere, ändert sich die Umgebung: Einrichtungsgegenstände, Lichtstimmungen, Gerüche, Farben, Menschen, Stimmungen, Geräusche etc.

Die Umgebung umgibt uns.

DER SCHRITT IN DEN RAUM

Als neue Kulturagentin suche ich nach Eingängen. Eingänge in Schulhäuser, in Mailprogramme, in Gespräche und Projekte. Ich frage mich, was kann ich tun, damit mir Türen geöffnet werden? Und andererseits wie kann ich als Kulturagentin Möglichkeiten und Türen öffnen?

Ich glaube die Frage nach den Eingängen für und in die unterschiedlichsten Räume und die darin enthaltenen Erfahrungen ist das Potential von gemeinsamer künstlerischer Arbeit und Prozesshaftigkeit.