Kulturagentinnen und Kulturagenten Schweiz

Was ist dein Lieblingscomic? Was macht ihn für dich besonders? Und wenn du dir selbst eine Geschichte ausmalen dürftest – wie sähe deine Hauptfigur aus? Mit diesen Fragen startete das klassenübergreifende Projekt an der Primarschule Kirchlindach. Zum Auftakt tauchten die Schüler:innen in die Welt der Comics ein: In einem Workshop mit der Illustratorin Anda Furrer lernten sie neue Zeichentechniken kennen, experimentierten mit Bildfolgen und sprachen über die Besonderheiten des Comic-Genres. Schnell waren sich alle einig: Ein Comic ist vor allem eine Geschichte, die in Bildern erzählt wird.

Auf dieser Grundlage entwickelte die Schule zunächst eine eigene Geschichte. Die beiden Jahresthemen aus dem Leitbild – «reden» und «schätzen» – bildeten den roten Faden, aus dem die Erzählung Klasse für Klasse weitergesponnen wurde. Die Geschichte handelt von einer Fantasiefigur namens Asti, die im Zauberwald lebt. Zwischen Regenbogenbäumen und YB-Wolken macht sich Asti auf die Suche nach Flügeln zum Davonfliegen. Er begegnet auf seiner Reise zahllosen sonderbaren Wesen – darunter einer Schildkröte mit Stelzenbeinen und Storchenschnabel oder einem rosa gepunkteten Bären in roter Badehose – die ihm helfen, sein Ziel zu erreichen.

Im Fokus des Projekts stand die partizipative Gestaltung der Begegnungszonen auf dem Pausenplatz. Ziel war es, den Schüler:innen die Möglichkeit zu geben, ihre Umgebung aktiv mitzugestalten. So wurden sie auch bei der Planung von Beginn an miteinbezogen. Während eines Projekttags wurde gemeinsam mit den Kindern der Prototyp erstellt: eine Skizze für ein 30 Meter langes Wandbild auf dem Pausenplatz. Der Tag diente sowohl der Vorbereitung für die Projektwochen als auch der thematischen Vertiefung. An verschiedenen Posten konnten die Schüler:innen Körperbewegungen beobachten und abzeichnen, Geräusche bildnerisch darstellen oder auch mit dicken Pinseln und Malerrollen eine Schulzimmerwand streichen – als erste Auseinandersetzung mit der bildnerischen Umsetzung von Astis Abenteuern.

In den zwei darauffolgenden Wochen bei Sonnenschein, Wind und Regen füllte sich die Rückwand des Fahrradunterstands nach und nach mit Farbe. In altersdurchmischten Kleingruppen und begleitet von Anda Furrer, einzelnen Lehrpersonen und der Kulturagentin verwandelten die Kinder ihre eigene Geschichte in ein lebendiges Kunstwerk. Am Schulfest wurde die gemeinschaftlich gestaltete Wand eingeweiht und strahlt nun von der Schule ins Dorf hinaus.