Visionsarbeit in Heiden
Heiden, Schule Heiden
Mise-en-place und Visionsworkshop
Schule: Heiden, Schule Heiden
Kulturagent.in: Livia Vonaesch
Zeitraum: 01.08.–31.10.2025
Mit 503 Schüler*innen von Kindergarten bis zur Sekundarstufe und fünf Standorten bringt die Schule Heiden viele Perspektiven zusammen. Gleichzeitig zeigte sich zu Beginn des Kulturagent.innen-Projekts eine besondere Ausgangslage: Bislang gab es, abgesehen von der Verabschiedung der früheren Schulleitung, noch kein gemeinsames Projekt oder Ereignis, das alle Schulstandorte verbunden hat.
In unserem ersten Workshop, dem Mise-en-place, wurde gesammelt und sichtbar gemacht, was an kulturellen und künstlerischen Aktivitäten bereits an der Schule vorhanden ist. Auf einem grossen „Tischtuch“ sammelten die Teilnehmenden bestehende Formate und Erfahrungen: Projektwochen, Museumsbesuche, Zirkus, Schulband, Bibliothekstage, Leseförderung, die Peacemaker-Sitzungen etc. In einer spielerischen Vorstellungsrunde über Gerichte und Lebensmittel und in der anschliessenden Arbeit mit Knete wurden nicht nur Bestände gesammelt, sondern auch Bilder für die Zukunft geformt. Dabei verdichteten sich erste Visionen: Kultur soll in Heiden verbindend wirken, die verschiedenen Schulhäuser und Altersstufen zusammenbringen, Gemeinschaft und kulturelle Identität stärken, die Zusammenarbeit mit externen Institutionen sowie Künstler*innen fördern und eine Kultur der Wertschätzung etablieren.
Auch die Erwartungen und Bedürfnisse an die Kulturagentin wurden bildhaft formuliert: als Salz, Wasser, Safran, Pfeffer oder Kräutermischung: mal grundlegend, mal überraschend, mal verbindend, mal inspirierend. Deutlich wurde der Wunsch nach einem Aussenblick, nach frischen Impulsen und nach einer Begleitung, die Denkbarrieren löst und Lust auf neue Wege macht, ohne zusätzlichen Druck zu erzeugen. Nicht die sofortige Umsetzbarkeit sollte im Vordergrund stehen, sondern das visionäre Denken: Was wäre möglich, wenn die Schule Heiden kulturelle Prozesse mutig, offen und gemeinsam weiterentwickelt? Im anschliessenden Visionsworkshop wurden diese Gedanken und Wünsche weiter verdichtet. In der gemeinsamen Reflexion und mit einer World Café - Methode kristallisierten sich zwei Themen besonders deutlich heraus: der Wunsch nach einem Wechsel von „ich und meine Klasse“ hin zu „wir und unsere Schule“ sowie das Bedürfnis nach mehr gemeinsamen Räumen, Themen und Ritualen. Kultur soll nicht nur punktuell stattfinden, sondern im Alltag spürbar werden.
Die Vision für Heiden ist eine Schule, in der Kultur verbindet: zwischen Schulhäusern, Altersstufen und Menschen. Nicht als einmaliger Anlass, sondern als lebendiger Prozess, der Bestehendes weiterentwickelt und eine gemeinsame kulturelle Identität wachsen lässt. Ein möglicher Ausdruck davon wäre, einen Ort im Dorf Heiden im Sinn einer Zwischennutzung gemeinsam mit Schüler*innen zu gestalten und für eine Zeit mitzuprägen.