Kulturagentinnen und Kulturagenten Schweiz

Nach ihrer Plenarversammlung zum Schulanfang nahmen rund 50 Lehrpersonen der Schulen von Crans-Montana an einem besonderen Fortbildungsabend teil. Im Mittelpunkt stand das Thema Schulraum und Architektur“, das bewusst gewählt wurde um Lehrpersonen neue Perspektiven auf den Schulraum zu eröffnen und Anregungen für kreative Unterrichtsgestaltung zu geben.

Während dieser Workshops konnten sich die Lehrpersonen auf eine praktische und sinnliche Weise mit künstlerischen Prozessen auseinandersetzen. Ziel war es, die eigene Kreativität anzuregen, Lust auf neue Projekte im Unterricht zu wecken und einfache und direkt anwendbare Methoden für den Schulalltag mitzugeben.

Zur Auswahl standen fünf Ateliers, die das Thema Raum und Architektur jeweils aus einer anderen künstlerischen Perspektive beleuchteten:

Mit MUUD, Tänzerin und Choreografin, erkundeten die Teilnehmenden den Körper als Ausdrucks- und Interpretationsmittel. Durch einfache Bewegungsübungen zeigte sie, wie man sich den Raum bewusst aneignet und alltägliche Gegenstände aus dem Schulzimmer für Bewegung nutzen kann. Vom Warm-up bis zum Abschlussritual war alles anders gedacht, um den Lehrpersonen neue Ideen für Bewegung im Klassenraum zu vermitteln.

Mit der Textilkünstlerin Marie Jambers entstand ein grosses gemeinsames Gewebe aus Fäden und Worten. Dabei ging es darum, Handlung, Material und kollektive Erzählung miteinander zu verbinden. Das Werk bleibt bewusst unvollendet und wird später von den Schülerinnen und Schülern weitergeführt – mit den Techniken und Ansätzen, die im Workshop vermittelt wurden.

Tilo Steireif, Künstler und Dozent an der HEP Vaud,lud die Lehrpersonen ein, ihren Schulalltag spielerisch auf den Kopf zu stellen. Mit Hilfe eines humorvollen Kartenspiels wurden sie dazu angeregt, Gewohnheiten zu hinterfragen und jene Elemente wahrzunehmen, die sonst kaum Beachtung finden – den Abfallkübel, den Wasserhahn, eine Pflanze im Gang. Im Anschluss entstanden kleine Gipsarbeiten, die nun an unerwarteten Orten in der Schule ausgestellt sind und die Lernenden überraschen sollen.

Mit der multidisziplinären Künstlerin Charlotte Olivieri erkundeten die Teilnehmenden textile Techniken und experimentierten mit Formen und Oberflächen der Schule. Sie lernten die Monotypie kennen und setzten die individuellen Drucke zu einem gemeinsamen skulpturalen Werk zusammen. Die Arbeit bot Gelegenheit, über Teamarbeit und individuelle Beiträge nachzudenken – und neue Techniken für den Unterricht mitzunehmen.

Im Workshop mit der Schauspielerin und Theater-Pädagogin Catherine Travaletti setzten sich die Lehrpersonen mit typischen herausfordernden Situationen aus dem Unterricht auseinander. In kleinen Gruppen spielten sie die Szenen humorvoll und überzeichnet nach – unterstützt durch verschiedene Kostüme wie Masken, Hüte oder Clownnasen, die den spielerischen Ansatz verstärkten. Die kreative Distanz half dabei, unbewusste Verhaltensmuster sichtbar zu machen und neue Handlungsoptionen zu entdecken. Der Workshop bot einen geschützten Rahmen, um Strategien für Kommunikation, Deeskalation und Improvisation praktisch zu erproben. 

Zum Abschluss des Weiterbildungsabends trafen sich Lehrpersonen, Schulleitung und Künstler*innen zu einem gemütlichen Apéro. Nach den intensiven 90-minütigen Workshops bot dieser Moment Raum, um in entspannter Atmosphäre weiterzudiskutieren, Erlebnisse auszutauschen und Kontakte zu vertiefen. Bei einem Glas Walliser Wein und einer reichhaltigen Auswahl an regionalen Spezialitäten – Trockenfleisch, Käse und weiteren feinen Häppchen – entstanden lebhafte Gespräche über die künstlerischen Ansätze und deren mögliche Umsetzung im Unterricht. Der Apéro setzte einen genussvollen Schlusspunkt unter einen inspirierenden Abend und trug dazu bei, die neu entstandene Dynamik im Kollegium weiter zu stärken.