Bild + Text = Meme
Kreuzlingen, SSZ Egelsee
Workshop im Kunstraum Kreuzlingen
Schule: Kreuzlingen, SSZ Egelsee
Kulturagent.in: Niklaus Reichle
Zeitraum: 21.04.2026
Adressat.innen: Lehrer.innen
Klassenstufe: Sekundarschule
Anzahl Teilnehmende: 15
Smartphones gehören zum Schulalltag – ebenso wie der alltägliche Umgang mit Bildern und Sprache im digitalen Raum. Feeds, Posts und endloses Scrollen prägen eine Kommunikationskultur, die von Geschwindigkeit und visueller Überfülle bestimmt ist. Memes sind darin zu einer zentralen Ausdrucksform geworden: Sie verbinden Bild und Text zu flexiblen Bedeutungsräumen zeitgenössischer digitaler Kultur.
Im Workshop «Bild + Text = Meme» wird dieser digitale Rhythmus bewusst verlangsamt. Gemeinsam mit dem Künstler und Autor Benedikt Bock untersuchen die Schüler*innen der Sekundarschule Egelsee im Kunstraum Kreuzlingen ihre digitale Alltagssprache. Gearbeitet wird analog mit Schere, Papier und Leim.
Im Zentrum stehen Fragen nach der Entstehung von Bedeutung, nach Sprache im digitalen Raum, nach dem Zusammenspiel von Bild und Text und dem Einfluss von Geräten auf unsere Kommunikation.
Zu Beginn stellen die Teilnehmenden ihr persönliches Lieblings-Meme vor. In einem spielerischen Setting – begleitet von Musik – kommen sie im Gehen ins Gespräch und tauschen ihre Perspektiven aus.
Der Kunstraum Kreuzlingen fungiert dabei als offener White Cube: reduziert eingerichtet mit einem langen Tisch und Stühlen entsteht eine Arbeitsumgebung, die sich bewusst vom schulischen Alltag absetzt und andere Formen der Aufmerksamkeit und des Tuns ermöglicht. Benedikt Bock ordnet das Meme als kulturelles Phänomen ein, gibt Einblicke in seine Geschichte und zeigt anhand konkreter Beispiele, wie künstlerische Strategien wie Appropriation und Transformation in der Meme-Kultur wirksam werden.
Aus einer Boom-Box dröhnt leise Musik. Auf einem langen Tisch liegen Zeitschriften und Magazine, Scheren schneiden durch Papier. Es wird gesprochen, gelacht, gearbeitet. Die zwölf Schüler-innen entwickeln eigene Memes. Zeitschriften werden herumgereicht. Die Atmosphäre ist locker und zugleich konzentriert. Schneidend und klebend führen sie Text- und Bildfragmente zusammen und kreieren so Neues. Es entstehen eigenständige Bild-Text-Arbeiten, die neue Bedeutungszusammenhänge eröffnen und den Blick auf digitale Alltagskommunikation anders Rahmen.
Begleitend dazu findet eine kontinuierliche Reflexion statt: Wie entsteht Bedeutung? Und welche Rolle nehmen wir im digitalen Raum zwischen Konsum und Produktion ein. Handys und Tablets sucht man im Workshop vergebens. Kulturtechniken des World-Wide-Web werden analog nachvollziehbar gemacht. Im Zentrum steht die direkte Interaktion: Denken, Sprechen und Arbeiten im gemeinsamen Raum.